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Wasserkunst in Hamburg

Kaltehofe Schieberhäuschen

Wasserkunst in Hamburg Kaltehofe

30.10.2020

Heute sind wir auf der Insel Kaltehofe. Die kleine Insel zeigt ein interessantes Industriedenkmal. Der Bau dieses Industriebauwerk begann Jahr 1890.

Nach und nach wurden die einzelnen Filterbecken gebaut. Die Filterbecken bereiteten damals das Wasser für die Stadt Hamburg auf. Mitten in der Bauphase kam es in Hamburg zu einer verehrenden Cholera Epidemie. An dieser Cholera Epidemie starben 8.000 Menschen in Hamburg. Um so wichtiger war es, die Hamburger mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Diese Filterbecken filtern das Wasser durch einen Sandfilter. Der Sandfilter befindet sich am Boden dieser Becken und reinigte das Elbwasser. Das gereinigte Wasser wurde dann unterirdisch zum Steigrohrturm in Rothenburgsort geleitet. Von dort wurde dann die Stadt Hamburg mit sauberem Wasser versorgt.

Trinkwasser

Heute machen wir uns über sauberes Trinkwasser kaum noch Gedanken. Eher gehen wir damit sehr unachtsam um. Wasserflaschen werden nicht ausgetrunken, sondern werden irgend wo stehen gelassen. Dabei ist Wasser unser aller Ursprung und wird irgend wann zum Streitpunkt werden. Kein anderer Rohstoff ist zum Überleben so wichtig wie Wasser.

Die Cholera Epidemie von 1892 war der letzte große Ausbruch dieser Krankheit in Deutschland. Heute, 2020, beherrscht ein Virus unseren Alltag. Aus diesem Grund wird auch Kaltehofe seine Pforten ab dem 02.11.2020 schließen.

Schieberhäuschen

Hier gibt es vieles zu entdecken. Ein Naturlehrpfad zieht sich um die Wasserbecken. Mir gefallen die kleinen Schieberhäuschen besonders gut. Als ich das erste Mal hier war, dachte ich, in einem Märchen zu sein. Denn die Villa am Eingang und die kleinen Türmchen erweckten dieses Gefühl.

Die Schieberhäuschen gehören zu einem ausgeklügelten Filtersystem. In den Schieberhäuschen gab es Wärter, die darauf achteten, dass die Becken immer mit ausreichend Wasser gefüllt waren. Mit einem Schieber konnten die Wärter den Wasserzu- und Ablauf regeln

Filtertechnik

Vielleicht hier noch mal was zur Filtertechnik. Das Wasser sinkt durch eine Sandschicht, die eine Korngröße von 0,5 bis 1,5 mm. Diese Sandschicht ist 1 m hoch. Danach passiert das Wasser eine Kiesschicht. Die Kieselsteine sind in vier Größen untergliedert, von der Größe eines Eies bis hin zur Linsengröße. Wobei die eigroßen Kiesel unten liegen. Diese Kiesschicht hat eine Höhe von 0,45 cm. Kurz vor dem Ziegel, Ton und Betonboden kommt noch eine kleine Schicht (ca. 15 cm hoch) mit kleinen Findlingen, die nicht größer als eine Faust sind.

Mit dieser Filtertechnik, man nennt sie auch offene Langsamsandfiltrationsanlage, werden Mikroorganismen aus dem Wasser gefiltert. Langsam sickert das Wasser durch die einzelnen Schichten und die Mikroben, Mikroorganismen und Bakterien setzen sich ab. Seit 1990 ist die Filteranlage außer Betrieb und die Natur kann sich hier frei entfalten.

Natur

Wandelt man auf dem Naturlehrpfad, kann man viel Wissenswertes über die Insel erfahren. Einige Wiesen werden nicht gemäht, um den Insekten und vielen Wildkräutern einen Lebensraum zu geben. Das Gelände ist weitläufig und mit interessanten Tafeln ausgestattet, so das Eltern und Kinder ihren Spaß haben.

Sonnenuntergang Kaltehofe
Sonnenuntergang Kaltehofe

Villa, Cafe & Wasserkunst

Die Villa und das Café schließen nun auch ab dem 02.11.2020. Heute konnte man noch einen Kaffee genießen, auch wenn im Außenbereich schon alles nach dem zweiten Lockdown aus sieht.